FSB öffnet Archiv: Ermittlungsergebnisse der Nazis zu Massaker von Katyn sind eine Fälschung

Autorius: RT Šaltinis: https://de.rt.com/internationa... 2024-04-15 16:51:00, skaitė 639, komentavo 0

FSB öffnet Archiv: Ermittlungsergebnisse der Nazis zu Massaker von Katyn sind eine Fälschung

Archivbild: Eingang zum Soldatenfriedhof der Katyn-Gedenkstätte

Der russische Inlandsgeheimdienst FSB präsentiert Archive, die die Ermittlungsergebnisse der Nazis zum Massaker von Katyn als Fälschung entlarven. Die Erkenntnisse legen nahe, dass das Blutbad nicht vom sowjetischen NKWD, sondern von den Nazis begangen worden war.

Die Abteilung des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB für das Gebiet Smolensk hat ein Archiv über die Erschießung polnischer Bürger durch die Nazis während des Großen Vaterländischen Krieges und die damit verbundene Fälschung des "Falles Katyn" durch die deutschen Geheimdienste offengelegt. Das Archiv enthält mehrere Dokumente, darunter die Verhöre des sowjetischen Gegenspionagedienstes SMERSCH aus den Jahren 1944 bis 1945. Die russische Nachrichtenagentur TASS nahm Einblick in die Akten.

Professor Gerhard Buhtz, der deutsche Gerichtsmediziner, der im März 1943 zum Leiter der Kommission zur Untersuchung des Massenmordes an polnischen Soldaten und Offizieren im Wald von Katyn ernannt wurde, soll die Ergebnisse mindestens zweier vor Ort durchgeführten Analysen gefälscht haben. Dies geht aus einer Aussage seines Laboranten Ludwig Schneider hervor. Der Obergefreite Schneider hatte vor seiner Einberufung zur Wehrmacht am Berliner Institut für Chemie studiert. Schneider wörtlich:

"Buhtz fälschte die Ergebnisse der Analysen.

Er wies mich an, dem französischen Delegierten, dessen Nachnamen ich nicht kenne, zu helfen. Dieser Professor gab mir ein im Grab gefundenes Messer zur Analyse und beauftragte mich, den Anteil an Eisenoxid mit analytischen Mitteln zu bestimmen."

Er habe die Analyse "sehr sorgfältig" durchgeführt, versicherte Schneider, und festgestellt, dass die Probe 23,3 Prozent Eisenoxid enthalten habe, was er Buhtz zur Unterschrift vorgelegt habe. Er präzisierte:

"Nachdem er sich mit den Ergebnissen der Analyse vertraut gemacht hatte, war er sehr unzufrieden damit, schrie mich an und sagte, ich sei ein schlechter Arbeiter, und schrieb statt der Zahl 23,2 Prozent 68,2 Prozent und befahl mir, den Bericht umzuschreiben, was ich auch tat."

Ferner erläuterte Schneider, dass dieser Prozentsatz an Eisenoxid bescheinigen sollte, dass das Messer angeblich viel länger im Grab gelegen habe, als es die korrekte Analyse gezeigt habe. Schneider betonte:

"Nach dieser Fälschung von Buhtz wurde für mich klar, dass die Polen nach der Besetzung von Smolensk von den Deutschen erschossen wurden."

Buhtz habe auch, so der Zeuge, die Ergebnisse der Analysen von Uniformstoffen aus dem Grab gefälscht, die von einem anderen Laboranten, dem Gefreiten Karl Schmitz, durchgeführt worden seien. Schneider unterstrich:

"Schmitz war der festen Überzeugung, dass die Polen im Jahr 1941 von den Deutschen erschossen wurden."

Boleslaw Smektal, ein Mitglied der Kommission zur Untersuchung der Ermordung polnischer Offiziere, erklärte, dass der Sturmbannführer Gepner die Kommission vor der Reise nach Katyn gewarnt habe, dass diese Propagandazwecken diene. Smektal erinnerte daran, dass die Deutschen danach den Experten in Katyn zwei russische Staatsbürger gezeigt und diese als "Zeugen" für die Ermordung polnischer Offiziere dargestellt hätten. Smektal stellte klar:

"Für mich als ehemaligen Justizbeamten war aus dem Verhalten dieser 'Zeugen' klar, dass sie vom SD speziell vorbereitet worden waren."

Auch der von den Nazis in Kriegsgefangenschaft genommene Roman Kowalski bestätigte, dass die Massengräber im Wald von Katyn davon gezeugt hätten, dass es sich um "sehr frische Opfer" gehandelt habe. Ein weiterer Pole namens Edward Potkanski, der in einem von den Deutschen gebildeten Arbeitsbataillon in einem Lager am Bahnhof Krasny Bor diente, sagte, dass die Nazis den Mitgliedern des Bataillons im Sommer 1943 die Gräber im Wald von Katyn gezeigt hätten. Beide Polen gaben an, von mindestens sieben Fällen zu wissen, in denen die Nazis in Smolensk Personen erschossen hätten, weil sie erklärt hätten, die Sowjets seien nicht an dem Massaker beteiligt gewesen.

Im Jahr 1943 wurden in einem Wald nahe dem Dorf Katyn im von deutschen Truppen besetzten Gebiet Smolensk Massengräber polnischer Kriegsgefangener entdeckt. Eine von den Nazis geführte Kommission kam zu dem Schluss, dass die Menschen im Frühjahr 1940 vom NKWD erschossen worden seien. Nach der Befreiung von Smolensk gelangte eine sowjetische Kommission zu der Erkennntis, dass die polnischen Militärangehörigen im Herbst 1941 von den deutschen Besatzern getötet worden waren. Im Jahr 1990 erkannte die sowjetische Regierung jedoch die Verantwortung des Volkskommissariats für innere Angelegenheiten NKWD für dieses Verbrechen an.